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Schon lΓ€nger beschΓ€ftige ich mich mit dem Gedanken eine Trocken-Trenntoilette in unser Wohnmobil einzubauen. Durch die Reparatur der Duschwanne nahm mein Vorhaben konkrete Formen an. In vielen Videos auf verschiedenen Plattformen holte ich mir Anregungen fΓΌr meinen Umbau. WΓ€hrend der Entkernung der Nasszelle, mit Ausbau des Waschbecken, reifte die Idee, auch die Waschgelegenheit zu erneuern.
Bestandsaufnahme
Von Vorteil war, dass unsere Thetford Toilette relativ groΓ ist, wodurch natΓΌrlich fΓΌr den spΓ€teren Umbau viel Platz zur VerfΓΌgung steht. Genau so verhielt es sich auch mit dem Waschbecken samt Unterbau. Mir schwebte eine LΓΆsung vor, bei der die Entnahme des Urintanks und des FeststoffbehΓ€lters durch die bestehende Aussenklappe der vormaligen Thetford Anlage erfolgen sollte. Da auch schon eine Sog-Anlage vorhanden war, wollte ich auch diese mit einbinden. Weiterhin war noch ein WasseranschluΓ und eine 12V StromzufΓΌhrung vorhanden. Auch dies konnte ich wieder verwenden.
Ausbau von Toilette und Waschbecken
Im www findet man viele Anleitungen zum Ausbau der Toilette. Wenn man erst einmal die wichtigsten Schrauben gefunden und entfernt hatte, konnte man mit ein wenig GefΓΌhl das komplette Klo ausbauen. Vorher muΓte man nur noch die StromzufΓΌhrung und den Wasseranschluss lΓΆsen.
Danach kam auch die Besfestigung des Waschbecken samt Unterschrank zum Vorschein. Da auch dies nicht mehr benΓΆtigt wurde, brauchte ich nicht allzu vorsichtig beim Ausbauen sein. Lediglich auf den Ablaufschlauch und die Wasserleitungen, die mit der DuschzufΓΌhrung verbunden waren, musste besondere Aufmerksamkeit gelegt werden.
Γberraschend schnell war diese Arbeit erledigt.
Die Hauptbestandteile
Als Trenneinsatz hatte ich mich fΓΌr einen Separett Sitz entschieden und ihn mittlerweile auch erhalten. Eine passende Klobrille mit Absenkautomatik war ebenfalls schnell besorgt.
So machte ich mich daran, aus alten Spanplattenresten einen ersten βProbebauβ zu fertigen, um zu sehen, ob sich meine Vorstellungen auch in die Tat umsetzen lassen. Nach einigen kleineren Anpassungen des Rohbaues konnte ich die MaΓe nehmen und die BehΓ€ltnisse passgenau bestellen. Sie sollten auch noch durch die Aussenklappe passen, aber trotzdem die grΓΆΓtmΓΆglichen Inhalte fassen.
Γber das Internet bestellte ich einen Weithalskanister mit 12l FassungsvermΓΆgen und einen Gastro MΓΌlleimer, der die genau passenden Aussenabmessungen hatte. Bis Diese bei mir eintrafen, kaufte ich im Baumarkt eine schwarze KΓΌchenarbeitsplatte fΓΌr den WC-Sitz und den Waschbeckeneinsatz. Da ich bei unserem Concorde Wohnmobil nicht so sehr aufs Gewicht achten muΓte, konnte ich etwas stabileres Material verwenden.
Erste Probe
Die innere Einteilung passte soweit und somit konnte ich mich an endgΓΌltige Anfertigung der oberen Abdeckung machen. Dank des vorgefertigten Musters war dies kein allzu groΓes Vorhaben. Wegen der SchrΓ€ge musste sie aber in zwei Teilen angefertigt werden.
Noch ein paar Besonderheiten und Gimmicks
Durch meine Recherchen im Internet bin ich auf ein Bauteil aufmerksam geworden, von dem ich bisher gar nicht wusste, dass es sowas gibt. Dabei handelte es sich um einen kapazitiven NΓ€herungssensor. Er reagiert berΓΌhrungsfrei, d.h. ohne direkten Kontakt auf die AnnΓ€herung eines leitenden oder nicht leitenden Gegenstandes und auch auf FlΓΌssigkeiten mit einem elektrischen Signal.
Da ich in unserer Nasszelle keinen direkten Sichtkontakt ins Innenleben der Trocken-Trenntoilette habe, wollte ich eine optische Anzeige damit bauen. Weiterhin kam mir in den Sinn, beim Γffnen des Klodeckels ein elektrisches Signal an einen VerzΓΆgerungsschalter zu senden, der dann wiederum den AblΓΌfter fΓΌr einen vorher zu bestimmenden Zeitraum einschaltet. Nach RΓΌcksprache mit meinem Freund und Elektronikspezialisten konnte ich die verschiedenen Bauteile bestellen:
- zwei unterschiedliche „Heschen kapatitiver NΓ€herungssensor“ , siehe auch Anmerkungen
- 12V digitales Zeitrelais – damit kann man bis zu 15 Std. Nachlaufzeit des LΓΌfters programmieren
- einige rote LED mit Widerstand, so spart man sich die extra Arbeit mit dem VerlΓΆten und berechnen des Widerstandes
einige Meter Kabel zum Verdrahten und verschiedene Kleinelektroteile
Mit einem einfachen Aufbau konnte ich feststellen, dass der FΓΌhler bei steigendem FlΓΌssigkeitsstand einen elektrischen Impuls abgibt und mir so eine LED-Anzeige schaltet.


pers. Anmerkung zum kapazitiven NΓ€herungsschalter:
Es gibt 4 verschiedene AusfΓΌhrungen, die sich jeweils nur in der internen Verschaltung unterscheiden, je nachdem fΓΌr welche genaue Anwendung sie benΓΆtigt werden. HierfΓΌr ist der Fachman gefragt, ohne den meine LΓΆsung nicht mΓΆglich gewesen wΓ€re.
Im Gegensatz dazu gibt es auch noch induktive NΓ€herungsschalter, die man fΓΌr metallische GegenstΓ€nde verwenden kann.
Der Einbau in Wort und Bild
Der βRohbauβ war ja bereits erledigt, so brauchte ich nur noch nach Vorlage die einzelnen Bauteile anfertigen. Hier war natΓΌrlich genaues und fehlerfreies Arbeiten notwendig. Besonders habe ich darauf geachtet, daΓ der Zusammenbau so erfolgte, daΓ bei etwaigen, spΓ€teren Defekten und Reparaturen alle wichtigen Bauteile wieder zugΓ€nglich und ggf. auch wieder zerlegbar sind.
Der Feststoffeimer wurde noch mit einer TΓΌr versehen und mit dem FlΓΌssigkeitsfΓΌhler versehen, der jedoch den Tank nicht berΓΌhrt . Er ist in der HΓΆhe verschiebbar, wodurch man den Messpegel im Kanister anpassen kann. Sobald die FlΓΌssigkeit die eingestellte HΓΆhe erreicht bekomme ich eine Info-Anzeige im WC selber.
Weiterhin ist der bereits vorhandene AblΓΌfter noch ΓΌber die TΓΌr verbunden. Der Durchmesser des Schlauches und die Saugleistung des LΓΌfters muss erst in der Praxis erprobt werden und kann spΓ€ter ggf.Β noch angepasst werden.
Β
Die schon vorhandene Wasserleitung habe ich nun fest installiert und mit einem Schlauchanschluss versehen. Somit ist eine vielseitig nutzbare AussenleitungΒ entstanden.

Waschbecken mit Unterschrank
Wir hatten uns fΓΌr ein schwarz-weiΓes Keramik Waschbecken entschieden, daΓ farblich zu den anderen Einbauteilen passt, welches ich etwas in die Abdeckung versenkt habe, um ihm guten Halt zu gewΓ€hren und etwas an HΓΆhe zu sparen. FΓΌr die vordere Verkleidung verwendete ich weiΓe Spanplatten, ebenso wie beim Toilettensitz. Einige Ablagen unterhalb der Waschmulde waren noch vorgesehen. Auch diese Verkleidung machte ich zum entfernen, um bei eventuellen Defekten am Auslauf oder bei den Wasserzuleitung fΓΌr Dusche und Waschbecken.
Zu sehen ist hier auch die rote Warnanzeige, wenn der Urintank voll ist. Ersichtlich ist auch der FΓΌhler fΓΌr die Klobrille mit darunter liegender Anzeige, wenn der LΓΌfter in Betrieb ist.
Weiterhin baute ich auch noch eine Schublade mit Teleskopauszug ein. Dieser ist vorgesehen fΓΌr das notwendige Einstreumaterial. Durch den langen Auszug kann er bis ΓΌber die Γffnung herausgezogen werden und erleichtert so die Entnahme. Eventuell gibtβs spΓ€ter noch eine Γffnung nach unten, wodurch man das Material direkt einfΓΌllen kann. Das einzige, was aus der vorhandenen Nasszelle noch Verwendung fand, war die hochwertige Waschbeckenarmatur, die auch noch 25 Jahren noch gut in Schuss war.

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